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Der Preis der Sicherheit: Warum Handarbeit aus der EU mehr kostet – und die unsichtbare Gefahr von Nickel

  • Sonja Ritschmann
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit


Vielleicht hast du dich beim Stöbern im Internet auch schon einmal gefragt: „Warum kostet eine Kette bei Schmuckwald 40 Euro, wenn ich einen Anhänger auf großen Online-Marktplätzen aus Fernost für 5 Euro bekomme?“


Eine berechtigte Frage. Auf den Fotos sehen die Produkte oft glänzend und perfekt aus. Doch der wahre Unterschied liegt nicht nur im Design oder der Handarbeit, sondern auch in etwas, das man auf den ersten Blick nicht sehen kann – und das deine Haut direkt betrifft: Die Materialqualität und die sogenannte Nickellässigkeit.


Heute möchte ich einen Einblick in die Schmuckwelt geben und erklären, warum Qualität ihren Preis hat und warum dieser Preis deine Gesundheit schützt.


Das Problem mit dem „Billig-Metall“

Um Schmuck extrem günstig herzustellen, muss am Material gespart werden. In vielen Nicht-EU-Ländern gelten andere (oder gar keine) Gesetze bezüglich der chemischen Zusammensetzung von Metalllegierungen. Oft wird Nickel verwendet. Warum? Es ist billig, es macht weiche Metalle härter und sorgt für einen schönen Glanz.


Das Problem: Nickel ist das Kontaktallergen Nummer 1. Wer einmal eine Nickelallergie entwickelt hat (Rötungen, Juckreiz, Bläschen), behält diese oft ein Leben lang. Sie kann sich jeder Zeit bei euch entwickeln. Auch wenn ihr lange keine Probleme mit billig Schmuck hattet, kann ein dauerhafter Kontakt mit Kontaktallergenen dazu führen, dass ich bald kaum noch Schmuck tragen könnt.


Der entscheidende Begriff: „Nickellässigkeit“

Hier wird es technisch, aber wichtig. Haltet euch fern von Händlern die diesen Begriff nicht kennen. Es geht nicht nur darum, ob Nickel im Metall enthalten ist, sondern ob es herauskommt. Das nennt man Nickellässigkeit (Nickel Release).


Wenn du Schmuck trägst, kommt er mit Schweiß, Hautfett und Wasser in Berührung. Bei minderwertigen Legierungen lösen sich Nickelionen aus dem Material und dringen in die Haut ein. Genau das löst die Allergie aus.


Der EU-Unterschied: Die REACH-Verordnung

In der Europäischen Union (und damit auch in Deutschland) sind wir streng geschützt. Die sogenannte REACH-Verordnung regelt genau, wie hoch die Nickellässigkeit sein darf (maximal 0,5 µg/cm²/Woche für Produkte, die direkten Hautkontakt haben).

  • Import-Schmuck aus Nicht-EU-Ländern: Hier wird diese Prüfung oft umgangen. Ein Anhänger für wenige Euro kann diese teuren Labortests und die hochwertigen, reinen Materialien in der Kalkulation gar nicht abbilden.

  • Mein Anspruch bei Schmuckwald: Ich beziehe meine Metallkomponenten (Ketten, Ösen, Ohrhaken) ausschließlich von zertifizierten Händlern aus Deutschland oder der EU.


Warum das mehr kostet?

Qualitätssicherung ist ein Kostenfaktor.

  1. Zertifizierte Lieferanten: Ein deutscher Händler, der mir garantiert, dass sein Edelstahl oder sein 925er Silber REACH-konform ist, muss seine Ware prüfen lassen. Das kostet Geld, das sich im Einkaufspreis niederschlägt.

  2. Hochwertige Legierungen: Chirurgenstahl (Edelstahl) oder echtes Silber sind im Rohstoffpreis deutlich teurer als ein Zink-Druckguss-Gemisch mit hohem Nickelanteil.


Fazit: Du bezahlst für ein gutes Gefühl

Wenn du ein Schmuckstück bei mir kaufst, bezahlst du nicht nur für das schöne Holz und die Handarbeit. Du bezahlst für die Sicherheit, dass du (oder die Person, die du beschenkst) den Schmuck bedenkenlos Tag und Nacht auf der Haut tragen kann.

Gerade bei Ohrringen oder eng anliegenden Ketten sollte man keine Kompromisse machen. Deine Haut wird es dir danken.

Achte beim Schmuckkauf auf Herkunft und Transparenz – nicht nur auf den Preis.

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